Die Greifen

Wappenbeschreibung Gryf

In rotem Felde ein silberner, goldbewehrter, nach links gekehrter, aufrechter, die Vorderpranken spreizender Greif, Helmschmuck: ein mit Kopf, Hals und erhobenen Flügeln, aber die Klauen verdeckt lassender, aufwachsender Greif, einem goldenen, aus der Krone aufsteigenden Jagdhorn ( Elefantenrüssel ) links zugewendet.

Über den Ursprung kann Folgendes gelten: Leszek III., Fürst von Polen, 805/15, hatte 14 Söhne, von denen der älteste Popiel zu seinem Nachfolger in der Regierung bestimmt war, den übrigen Söhnen sicherte Leszek noch bei Lebzeiten besondere Teile des weiten Reiches zu, nachdem er sie vorher durch Schwur verpflichtet hatte, die Oberhoheit Popiel nicht streitig zu machen, ihm zur Sicherung der Freiheit ( swoboda ) des Landes jederzeit Heeresfolge zu leisten.

Von diesen Söhnen erhielten Barnim und Bogdal das Land Pommern, Kazimierz und Wtadystaw, das LandDas große neunfeldige Wappen, wie es die Greifen seit Anfang des 16. Jahrhunderts führten Kassuben, Wratystaw, die Insel Rügen, Przybystaw, Cieszymierz und Otto, die Lausitz, Przemyslaw, Ziemowit und Zemornyst, das Land Brandenburg, Jaxa mit einem anderen Bruder, das Meissner - Land, auch Serbien genannt. Allen diesen Söhnen gab Leszek einen Greif zur Kriegsfahne. Die Lechiten führten ursprünglich einen jungen Stier auf ihrer Kriegsfahne, nahmen erst um 550 den weißen Adler als Reichsfahne an.

Die Vereinigung beider Tierbilder zu einer Figur hat die Gestalt des Greif entstehen lassen, es ist also der obere Teil dieses fabelhaften Tieres der obere Teil eines Adlers, der untere Teil aber die hintere Hälfte eines Stiers, es ist also die Darstellung des Greif mit Adlerfängen auch an den Hinterfüßen, oder halb als Löwe wohl keine richtige. Die Bedeutung dieser zusammengesetzten Figur war wohl die, dass der Stier die Zusammengehörigkeit der Brüder andeuten sollte, der Adler aber, dass sie unter der Oberhoheit des den Adler führenden regierenden Fürsten stehen und auch verbleiben sollten.

Das große neunfeldige Wappen, wie es die Greifen seit Anfang des 16. Jhs. führten.

Dieses Wappen wird auch Swoboda genannt wegen der freiheitlichen Rechte, die den Brüdern verliehen waren, aber auch wegen ihrer Pflicht der Freiheit des ganzen Landes zu dienen. Die Nachkommen des Jaxa, die von den Deutschen hart bedrängt wurden und denselben tributpflichtig werden sollten, kehrten um 900 etwa nach Polen zurück, die Rechte auf ihr Land an den Herzog von Polen zurückgebend, wofür sie von diesem Güter im Krakauischen und in Schlesien erhielten. Nach ihnen wurde ihr Wappen auch wohl Jaxa, dann nach dem Wappenbilde zuletzt Gryf genannt.

Quelle: Genealogie des polnischen Adels - Werner Zurek ( 2005 ), Seite 355, 356

Geschichte

Das Haus von Greifen oder Haus von Pommern (deutsch: Greifen, polnisch: Gryfici) war eine Dynastie von Herzögen, die das Herzogtum Pommern vom 12. Jh. bis 1637 regierten. Der Name " Greifen " wurde von der Dynastie nach dem 15. Jh. verwendet und war vom herzoglichen Wappen übernommen worden.

Bei seinen Kriegszügen gegen Pommern 1109 / 1116 / 1119 / 1121 verwüstete Boleslaw III. Schiefmund Herzog von Polen das Land und nahm anschließend die pommersche Hauptstadt Stettin ein. Der Pommernherzog Wartislaw I. von Stettin musste die polnische Oberhoheit anerkennen und sich zu Tribut, Heerfolge und Christianisierung seines Landes verpflichten.

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Link: Die Einnahme von Damm und Stettin 1121.jpg

Quellen:

Die Schlacht bei Naklo an der Netze vom 10.08.1109

  • Schlachten, Belagerungen und Gefechte in Deutschland und den angrenzenden Ländern, seit dem Jahre 1025 bis 1137 n. Chr. - von R. v. Rothenburg K. Pr. Artillerie - Premier – Lieutenant a.D., dritte Auflage, S. 115, 116, Wien 1834 – Schlacht bei Naklo an der Netze - Dlugoss. Hist Polon. II. p.395–398. – Cromer. De Orig. et Reb. gest Polon p. 118. sq. – Boguphal. Chron. Polon p. 34.– Neugebauer Hist. Polon. – Kantzow, Pommerania I. p. 80, 81. – Micrälius, fechs Büch. v. alt. Pommerlande II. p. 146. – Ch. de Solignac, Hist. de Pologne. II. p. 62–66. – Wagner, Gesch. v. Polen I. p. 195.

Die Schlacht bei Uscz und Belagerung von Nakel 1118

  • Schlachten, Belagerungen und Gefechte in Deutschland und den angrenzenden Ländern, seit dem Jahre 1025 bis 1137 n. Chr. - von R. v. Rothenburg K. Pr. Artillerie - Premier – Lieutenant a.D., dritte Auflage, S. 114, Wien 1834 – Die Schlacht bei Uscz und Belagerung von Nakel 1118 - Chron. Princip. Polon. p. 36. – Dlugoss. Hist. Pol. I. p 412 sq. – Micrälius, fechs Bücher v. alt. Pommerl.- Kanngießer, Gesch. Pommerns I. p. 487– 88. – Voigt, Gesch. v. Preuffen I. p. 339 u. A. m.

Die Einnahme von Damm und Stettin 1121

  • Schlachten, Belagerungen und Gefechte in Deutschland und den angrenzenden Ländern, seit dem Jahre 1025 bis 1137 n. Chr. - von R. v. Rothenburg K. Pr. Artillerie - Premier – Lieutenant a.D., dritte Auflage, S. 145, 146, Wien 1834 – Die Einnahme von Damm und Stettin 1121 - Dlugoss. Hist. Polon. IV. p. 416. – Saxo Grammat. p. 235. – Micrälius, sechs Bücher v. alt. Pommerlande II.– Kanngießer, Gesch. Pommerns V. – Sell, Gesch. v. Pomsmern. – Wagner, Gesch. v. Polen I. p. 209 u. A. m.

Saul Odrowąż ( Szaweł Odrowąż ) war in der Schlacht in Pommern (10.08.1109 - Schlacht bei Naklo) wohlverdient und erhielt vom Boleslaw III. Güter im Land Konec, für seinen Sitz wählte er Konskie. Die erste Siedlung an der Stelle des heutigen Końskie bestand im 11. Jh. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1124, als sie der Familie Odrowąż gehörte. 1220 wurden eine Pfarrei und eine Kirche errichtet. Der Ort war zum Zentrum der Verwaltung der Güter der Familie Odrowąż und auch zu deren religiösem Mittelpunkt geworden.

Als der polnische König Boleslaw III. Schiefmund 1121 Pommern unterworfen hatte, setzte er die Familie Oksza / Wappen Oksza aus Sieradz (Bezirk: Lodz) als Statthalter in Pommerellen ein. Dabei wird darauf verwiesen, dass bei der Familie dieselben Namen vorkommen, wie bei den Samboriden:

  • Mściwój / Miestwin,
  • Świętopełk / Svatopluk,
  • Warcisław / Wartislaw - kurz: Warsz.

Wissenswertes / Instruktives – Valuable Information / Instructive - Para saber más / Instructivo:

Sambor II. (*1208 - †31.12.1278) war 1220 – 1270 mit Unterbrechungen Statthalter und ab 1227 der Herzog von Pommerellen in Liebschau und Dirschau.

Er entstammte der Dynastie der Samboriden. Um das Jahr 1232 vermählte er sich mit Mathilde ( Mechthildis - †1270 ), einer Tochter des Herzogs Heinrich Borwin von Mecklenburg. Deren Tochter, Zwinisława (1240 – 1280), war die Gattin von Dobiesław Sądowic aus dem Adelsgeschlecht der Odrowaz.

Dobiesław - Kastellan von Warschau - (*≈1230 - ≈†1280) ∞ Zwinislawa, der Tochter des Herzogs von Tczew – Lubiszewo Sambor II., aus dieser Ehe stammten die Kinder: Piotr aus Sprowa und Szczekocin, Andrzej, Strasz aus Końskie.

Link: Siegel von Sambor II. von 1229.PNG

Dobieslaw war der Kastellan von Zawichost, der Kastellan von Zarnow und Warschau und war der Vermittler in einem Streit zwischen Prinz Mszczuje II. und dem Herzog von Kujawy, Siemomysl. Dobieslaw kam aus der edlen Familie der Odrowaz und war der Sohn vom Kastellan am Krakauer Hof von Dobieslawicz. Sein Urgroßvater war der Krakauer Bischof Iwo Odrowaz.

Quelle: Polnisches biografisches Wörterbuch, Band 5, S. 232 - 233

Warszewo ( deutsch: Warswo )* im Landkreis Stettin – wird erstmals am 18.04.1261 in einem Dokument erwähnt, aus dem hervorgeht, dass Herzog Barnim I. von Pommern mit Zustimmung des Bischofs von Kamień Hermann von Gleichen und des Kollegiums der 12 Kanoniker in Stettin die Kirche in Warszewo geweiht hat, das 1278 vom Herzog Bogislaw IV. von Pommern - Wolgast schriftlich bestätigt wurde. Der Name Warszewo leitet sich vom alten polnischen Namen Warsz ( identisch mit Warsz - Warszawski = von / aus Warschau ) ab, in Quellen ist das die älteste Aufzeichnung - der deutsche Name Warsow ist eine germanisierte Version des slawischen Namens.

*Quelle: Beschluss Nr. VIII / 53/90 des Stadtrates in Stettin vom 28.11.1990 über die Errichtung von Bezirken und Siedlungen in der Stadt Stettin. Im Öffentlichen Informationsbulletin des Rathauses von Stettin – Online, geprüft 2013

Wartislaw I.* (*1100 - †1148 in Stolpe) war der erste historische Herrscher des Herzogtums Pommern und der Gründer der Greifen - Dynastie. Der prominenteste Greif war Herzog Erich von Pommern (*1381/82 in Rügenwalde – †24.09.1459 im Schloss Rügenwalde), der 1397 König der Kalmarer – Union wurde und somit Dänemark, Schweden und Norwegen regierte.

Die Ratiboriden waren eine Nebenlinie des in Pommern herrschenden Greifenhauses. Die Ratiboriden sind im 12. und 13. Jh. über vier Generationen hinweg nachweisbar. Der Stammvater dieser Nebenlinie, Ratibor I.**, und sein Bruder Wartislaw I.*, sind die beiden ersten sicher belegten Herzöge von Pommern aus dem Greifenhaus.

Herzog Ratibor I. von Pommern** (†1156) war mit Pribislawa (†nach 1156), der Tochter vom Herzog Boleslaw III. Schiefmund von Polen, verheiratet, aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: Swantopol (erwähnt 1175), Wartislaw (erwähnt 1186 / 1187), Bogislaw von Schlawe und Margaretha von Schlawe.

Seniorherzog Mieszko III. der Alte von Polen (*1126 - †1202) aus der Dynastie der Piasten.

Aus der 2. Ehe mit Eudoxia von Kiew (1154), Tochter des Isjaslaw II. von Kiew, stammen die Kinder:

  • Boleslaw, Herzog von Kujawien, dieser heiratete eine Dobroslawa, welche gemeinhin als Dobroslawa von Schlawe identifiziert wird,
  • Anastasia, diese heiratete 1177 Bogislaw I. von Pommern,
  • Wladyslaw III. Dünnbein.

Dobroslawa von Schlawe (†1200) war eine pommerische Adelige aus der Linie der Ratiboriden, einer Nebenlinie des in Pommern herrschenden Greifenhauses.

Konrad II. von Schlesien (auch: Konrad I. von Glogau, *1232 - †06.08.1273 in Glogau) ∞ Salome von Polen (*1232 – 1271) seit 1249 verheiratet.

Die Eltern von Salome von Polen waren Wladislaw von Groß - Polen (*1185 – 1239) und Hedwig von Pommerellen (*1195 – 1249).

Nach deren Tod vermählte er sich 1271 mit Sophia von Landsberg (†1318), sie war die Tochter des Markgrafen Dietrich von Landsberg und dessen Frau Helene von Brandenburg. Aus beiden Ehen gingen 6 Kinder hervor.

Konrad II. war der Herzog von Schlesien und 1247/1249, der Electus von Passau und Begründer der Glogauer Herzogslinie und titulierte ab 1249 / 51 als Herzog von Glogau und ab 1251 auch als Herzog von Crossen.

Der letzte Greifen - Herzog von Pommern war Bogislaw XIV. (*31.03.1580 in Barth – †10.03.1637 in Stettin), nach seinem Tod kam es zur Teilung Pommerns zwischen Brandenburg / Preußen und Schweden. Erst 1647 einigte man sich grundsätzlich auf eine Teilung des Herzogtums einschließlich des Stiftes Cammin.

Herzogin Anna von Pommern / Anna von Croy (*03.10.1590 in Barth – †07.07.1660 in Stolp) war die jüngste Tochter von Herzog Bogislaw XIII. von Pommern (*09.08.1544 – †07.03.1606 in Stettin) – er war der Sohn vom Philipp I von Pommern (*14.05.1515 – †14.02.1560 in Wolgast) und dessen Frau Maria von Sachsen (*15.12.1515 in Weimar – †07.01.1583 in Wolgast).

Quellen und Literatur zu diesem Thema / Sources and literature on this topic / Fuentes y literatura sobre este tema:

Einzelnachweis: 16, 17, 18, 19, 20

  • Edward Rymar: Rodowód książąt pomorskich, Szczecin 1995
  • Martin Wehrmann: Genealogie des Pommerschen Fürstenhauses. Veröffentlichungen der landesgeschichtlichen Forschungsstelle für Pommern, Reihe 1, Bd. 5. Leon Saunier, Stettin 1937
  • Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Weltbild Verlag 1992, Nachdruck der Ausgaben von 1919 und 1921
  • Udo Madsen: Die Greifen – Das herzliche Geschlecht von Pommern
  • Wikipedia Samboriden

 

Kumulierte Einzelnachweise / cumulated individual certificates / certificados individuales acumulados:

Link: https://juergengoworek.hpage.com/goworek-adelsgeschlecht.html

 

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